Maulbeergewächse
Chinesische Feige
Ficus microcarpa
Lorbeerfeige, Ficus ginseng — der Zimmerbonsai, der jeden Standortwechsel mit Blattfall quittiert und sich trotzdem gut über Stecklinge weitergeben lässt.
- Licht
Hell, ohne direkte Sonne
- Wasser
Mäßig
- Pflege
Mittel
- Vermehrung
Stecklinge
- Beste Zeit
Frühjahr
- Winterhärte
Zimmerpflanze
PORTRÄT
Ein Baum im Topf, der Umzüge übelnimmt
Der Blattfall nach dem Standortwechsel ist keine Krankheit, sondern die Art, wie er sich neu einstellt.
Die Chinesische Feige stammt aus Süd- und Ostasien, wo sie zu einem ausladenden Baum wird. Ins Haus kommt sie fast immer als Zimmerbonsai — und meist in der Form, die im Handel Ficus ginseng heißt: Der dicke, knollige „Stamm" ist dabei keiner, sondern eine verdickte Wurzel, auf die eine Krone aufgepfropft wurde. Das erklärt, warum Wurzelfuß und Blattwerk so verschieden aussehen.
Standort
Hell, aber ohne pralle Mittagssonne hinter Glas; ein Ost- oder Westfenster ist ideal. Je dunkler sie steht, desto größer und dünner werden die neuen Blätter und desto länger die Abstände zwischen ihnen — bei einem Bonsai fällt das schnell auf. Zugluft und kalte Fensterbänke im Winter mag sie nicht.
Gießen
Mäßig und gleichmäßig: Die oberste Schicht darf zwischen zwei Gaben antrocknen, ganz austrocknen sollte der Ballen nicht. Staunässe verträgt sie so wenig wie Trockenheit. Wichtiger als die Menge ist die Temperatur — kaltes Wasser direkt aus der Leitung ist einer der häufigsten Gründe für plötzlichen Blattfall.
Wenn sie Blätter verliert
Das ist der Normalfall nach jedem Umzug, jedem Standortwechsel und in den ersten dunklen Wochen des Herbstes, und es ist keine Krankheit: Sie wirft ab, was für das neue Lichtangebot zu viel ist, und treibt wieder aus, sobald der Standort ein paar Wochen gleich bleibt. Der übliche Fehler ist, darauf mit mehr Wasser zu antworten — dann kommt zum Blattfall die Wurzelfäule. Also: stehen lassen, wie gewohnt gießen, abwarten.
Schneiden
Sie verträgt Rückschnitt sehr gut, und ohne ihn verliert ein Zimmerbonsai seine Form. Der Hauptschnitt liegt im Frühjahr, kurz vor dem Neuaustrieb; einzelne zu lange Triebe lassen sich das ganze Jahr über auf zwei bis drei Blätter zurücknehmen. Aus den Schnittstellen tritt Milchsaft aus — er versiegelt sich von selbst und muss nicht behandelt werden.
Vermehren
Über Kopfstecklinge im Frühjahr. Einen kräftigen Trieb von einer Handbreite schneiden, die unteren Blätter entfernen, den austretenden Milchsaft kurz abspülen oder antrocknen lassen und den Steckling in feuchtes Substrat setzen. Warm, hell und mit hoher Luftfeuchte — eine übergestülpte Haube hilft — bewurzelt er in einigen Wochen. Wer viel schneidet, hat das Material ohnehin in der Hand.
Ein Hinweis, der dazugehört
Der milchige Saft reizt Haut und Augen und kann bei Latexempfindlichkeit stärker reagieren — beim Schneiden Handschuhe tragen und sich nicht ins Gesicht fassen. Für Katzen und Hunde ist die Pflanze unverträglich; sie gehört außer Reichweite.
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Noch eine Rarität bei PlantHub
Diese Art wird bisher von einer Handvoll Menschen dokumentiert. Für Durchschnitte und Verläufe ist das zu wenig — wir zeigen, was ohne Rückschluss auf einzelne Personen geht.
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Fragen zur Chinesischen Feige
Warum verliert meine Chinesische Feige Blätter?
Fast immer wegen eines Wechsels: neuer Standort, Zugluft, kaltes Gießwasser oder der Lichtabfall im Herbst. Sie wirft dann ab, was zum neuen Standort nicht passt, und treibt wieder aus, sobald sie ein paar Wochen ungestört steht. Nicht mehr gießen als sonst — sonst kommt zum Blattfall die Wurzelfäule.
Ist der „Stamm" beim Ficus ginseng wirklich ein Stamm?
Nein. Die dicke, knollige Basis ist eine verdickte Wurzel, auf die eine Krone aufgepfropft wurde. Deshalb sitzen die feinen Zweige oft wie angesetzt auf einem ganz anders aussehenden Fuß.
Wann und wie schneide ich sie zurück?
Der Hauptschnitt liegt im Frühjahr, kurz vor dem Neuaustrieb; einzelne lange Triebe kann man das ganze Jahr über auf zwei bis drei Blätter zurücknehmen. Sie verträgt das gut und wächst danach dichter. Die abgeschnittenen Triebspitzen eignen sich als Stecklinge.
Ist der Milchsaft gefährlich?
Er reizt Haut und Augen und kann bei Latexempfindlichkeit stärker reagieren — beim Schneiden also Handschuhe tragen. Für Katzen und Hunde ist die Pflanze unverträglich und gehört außer Reichweite.
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