Bromeliengewächse
Guzmanie
Guzmania lingulata
Bromelie, Scharlachrote Guzmanie — die Rosette, in deren Mitte man gießt und die ihre Farbe monatelang hält. Danach ist sie fertig, und am Fuß stehen schon die nächsten.
- Licht
Halbschatten
- Wasser
Mäßig
- Pflege
Mittel
- Vermehrung
Kindel
- Beste Zeit
Frühjahr bis Sommer
- Winterhärte
Zimmerpflanze
PORTRÄT
Eine Blüte, die monatelang hält — und nur einmal kommt
Und eine Pflanze, die für ihre Nachfolge gesorgt hat, bevor sie aufgibt.
Die Guzmanie stammt aus den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas und wächst dort nicht in der Erde, sondern auf Bäumen — ihre Wurzeln halten sie fest, Wasser und Nährstoffe nimmt sie über die Blätter auf. Das erklärt fast alles, was bei ihr anders läuft als bei einer gewöhnlichen Zimmerpflanze: den Topf braucht sie vor allem, um nicht umzufallen.
Standort
Hell, aber ohne direkte Mittagssonne — ein Ost- oder Westfenster, oder ein Platz etwas abseits der Südscheibe. In der prallen Sonne bleichen die Blätter aus und bekommen trockene Ränder; zu dunkel verliert die Blattrosette ihre Zeichnung und die Hochblätter ihre Farbe schneller. Sie mag es gleichmäßig warm, kalte Zugluft und ein Platz zwischen Fenster und Heizkörper bekommen ihr nicht.
Gießen
Gegossen wird in die Mitte der Rosette, in den Trichter, den die Blätter bilden — dort sammelt sich in der Natur das Regenwasser. Das Substrat bleibt dabei nur leicht feucht und darf zwischendurch abtrocknen; die Wurzeln vertragen es nicht, dauerhaft nass zu stehen.
Beim Wasser lohnt sich Sorgfalt: Kalkarm ist ihr wichtig, Regenwasser oder abgestandenes, weiches Leitungswasser ist besser als hartes. Das Wasser im Trichter gehört gelegentlich ausgekippt und erneuert, sonst wird es faulig — bei kühlerem Stand hält man ihn eher knapp als voll. Gedüngt wird sparsam und stark verdünnt; sie ist empfindlich gegen Salze, und in den Trichter gehört Dünger nur in kleinen Mengen.
Substrat und Umtopfen
Locker und luftig ist wichtiger als nährstoffreich — eine Mischung mit Rindenanteil, wie sie für Orchideen und Bromelien verkauft wird, oder Blumenerde, die mit Rinde und etwas Sand aufgelockert wurde. Umtopfen muss man eine blühende Pflanze in der Regel gar nicht mehr: Sie bleibt in ihrem Topf, bis sie fertig ist. Der Topf darf ruhig schwer sein, denn die Rosette ist breit und die Wurzeln halten wenig fest.
Die Blüte
Was leuchtet, sind nicht die Blüten, sondern die Hochblätter — der farbige Trichter in der Mitte. Die eigentlichen Blüten sind klein, weißlich und sitzen unscheinbar dazwischen; sie sind nach kurzer Zeit vorbei, während die Farbe der Hochblätter monatelang hält. Das ist der Grund, warum eine gekaufte Guzmanie so lange gleich aussieht.
Nach der Blüte
Dann stirbt sie. Das ist kein Pflegefehler, sondern ihr Lebensplan: Eine Rosette blüht genau einmal, und danach zieht sie sich über Wochen bis Monate zurück, wird gelb und vertrocknet. Bevor das passiert, schiebt sie am Fuß Seitensprosse nach — die Kindel. Wer die Pflanze wegwirft, sobald die Farbe nachlässt, wirft die nächste Generation mit weg.
Die Mutterpflanze bleibt in dieser Zeit stehen und wird weiter versorgt, wenn auch sparsamer. Sie ernährt die Kindel, solange sie noch grün ist.
Kindel abtrennen
Der eine Weg, auf dem es weitergeht. Abgetrennt wird, wenn ein Kindel etwa ein Drittel der Größe der Mutter erreicht hat und eigene Wurzeln gebildet hat — vorher hängt es noch an ihr und wächst langsamer allein weiter. Mit einem sauberen, scharfen Messer möglichst dicht an der Mutterpflanze schneiden, sodass der Ansatz mitkommt, und in einen kleinen Topf mit lockerem Substrat setzen.
Danach hell, warm und eher zurückhaltend gegossen, bis es angewachsen ist. Bis eine so entstandene Pflanze selbst Farbe zeigt, vergehen Jahre — das ist der Preis dafür, dass sie so lange blüht. Wer nicht warten mag, gibt ein Kindel weiter; sie sind der Grund, warum diese Art hier steht.
Luftfeuchte und Winter
Trockene Heizungsluft ist ihr Hauptproblem im Winter — braune, papierene Blattspitzen kommen fast immer daher. Gelegentliches Übersprühen mit kalkarmem Wasser hilft, ein Platz weg von der direkten Heizung noch mehr. Kalt mag sie nicht: Deutlich unter Zimmertemperatur wird es ihr zu viel, und kühl und nass zugleich ist die schlechteste Kombination, die es für sie gibt.
AUS DEM BESTAND
Noch eine Rarität bei PlantHub
Diese Art wird bisher von einer Handvoll Menschen dokumentiert. Für Durchschnitte und Verläufe ist das zu wenig — wir zeigen, was ohne Rückschluss auf einzelne Personen geht.
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Fragen zur Guzmanie
Warum geht meine Guzmanie nach der Blüte ein?
Weil sie das so vorgesehen hat. Eine Rosette blüht genau einmal und stirbt danach über Wochen bis Monate ab — das ist kein Pflegefehler. Vorher bildet sie am Fuß Kindel, aus denen die nächsten Pflanzen werden. Die Mutterpflanze also stehen lassen, solange sie grün ist: Sie versorgt die Kindel noch.
Gieße ich in den Trichter oder in die Erde?
In den Trichter, also in die Mitte der Blattrosette. Das Substrat bleibt nur leicht feucht und darf zwischendurch abtrocknen. Das Wasser im Trichter gelegentlich ausschütten und erneuern, damit es nicht fault, und möglichst kalkarmes Wasser nehmen — Regenwasser ist ideal.
Wann und wie trenne ich die Kindel ab?
Sobald ein Kindel etwa ein Drittel der Größe der Mutterpflanze erreicht und eigene Wurzeln hat. Mit einem scharfen, sauberen Messer dicht an der Mutter abschneiden und in lockeres, rindenhaltiges Substrat setzen; danach hell, warm und zurückhaltend gegossen halten. Bis es selbst blüht, vergehen Jahre.
Ist die Guzmanie giftig?
Sie gilt als ungiftig für Menschen und für Katzen und Hunde und gehört damit zu den wenigen Zimmerpflanzen, bei denen diese Frage entspannt zu beantworten ist. Futter ist sie trotzdem nicht. Auch die Blattränder sind harmlos: Andere Bromelien haben gezähnte, teils stachelige Ränder, die Guzmanie hat glatte.
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