Dickblattgewächse

Brutblatt

Kalanchoe daigremontiana

Kalanchoe, Brutblatt, Goethepflanze — die Sukkulente, an deren Blatträndern fertige kleine Pflanzen sitzen, die von selbst abfallen und überall anwachsen.

  • Alle Teile giftig, auch für Haustiere
  • Licht

    Volle Sonne

  • Wasser

    Wenig

  • Pflege

    Anspruchslos

  • Vermehrung

    Kindel · Blattstecklinge

  • Beste Zeit

    Frühjahr bis Sommer

  • Winterhärte

    Zimmerpflanze

PORTRÄT

Eine Pflanze, die sich selbst verteilt

Jedes Blatt trägt ein Dutzend Nachkommen. Die Frage ist nicht, wie man sie vermehrt, sondern wohin mit ihnen.

Das Brutblatt stammt aus Madagaskar und gehört zur selben Gattung wie das Flammende Käthchen, die blühende Kalanchoe aus dem Supermarkt. Mit ihr hat es wenig gemein: Es wächst aufrecht, trägt lange, gezähnte Blätter mit dunkler Zeichnung auf der Unterseite — und in jeder Kerbe am Blattrand eine winzige Pflanze mit eigenen Wurzeln. Goethe hat es gezüchtet, verschenkt und darüber geschrieben; daher der Beiname Goethepflanze.

Standort

Hell und sonnig, im Sommer gern draußen an einem geschützten Platz. Zu dunkel wird der Stamm lang und kahl, die Blätter bleiben klein und blass. Frost verträgt es nicht; im Winter steht es hell im Haus.

Gießen

Sparsam, wie jede Sukkulente: Erst gießen, wenn das Substrat ganz abgetrocknet ist, im Winter nur noch gelegentlich. Staunässe fault den Stamm von unten. Durchlässige Kakteenerde und ein Topf mit Abzugsloch sind wichtiger als Dünger.

Vermehren

Die Brutknospen am Blattrand erledigen das selbst. Sobald sie kleine Wurzeln haben, fallen sie bei der leichtesten Berührung ab und wachsen auf jeder feuchten Oberfläche an — im eigenen Topf, in den Nachbartöpfen, in der Fuge der Fensterbank. Wer gezielt vermehren will, streift ein paar ab, legt sie auf leicht feuchte Sukkulentenerde und wartet. Nach wenigen Wochen stehen sie.

Schwieriger ist das Gegenteil: Wer die Nachbartöpfe sauber halten will, stellt das Brutblatt abseits und sammelt heruntergefallene Jungpflanzen regelmäßig ab. Weitergeben ist hier weniger eine Tat als eine Entlastung.

Blüte

Ältere Pflanzen blühen manchmal im Winter mit hängenden, rosa-grauen Glocken an einem hohen Stiel. Danach stirbt der blühende Trieb ab — bis dahin hat er aber so viele Nachkommen hinterlassen, dass das niemand bemerkt.

Ein Hinweis, der dazugehört

Das Brutblatt enthält Bufadienolide, herzwirksame Stoffe, und ist in allen Teilen giftig — für Menschen wie für Katzen, Hunde und Nagetiere. Da die Brutknospen überall hinfallen, gehört es in Haushalten mit Tieren oder kleinen Kindern nicht in Reichweite und nicht auf den Boden.

AUS DEM BESTAND

Diese Art wächst bei PlantHub noch nirgends

Sie steht im Artenkatalog, aber niemand hat bisher ein Exemplar angelegt. Sobald die erste Pflanze dazukommt, stehen hier Zahlen: wie verbreitet sie ist, wie oft sie weitergegeben wurde, wann Ableger entstehen.

Fragen zum Brutblatt

Wie vermehre ich das Brutblatt?

Gar nicht, eigentlich — das tut es selbst. Die Brutknospen am Blattrand fallen ab und wachsen auf feuchter Erde an. Wer gezielt Jungpflanzen will, legt sie auf leicht feuchtes Sukkulentensubstrat; nach wenigen Wochen haben sie Wurzeln geschlagen.

Ist das Brutblatt dasselbe wie die Kalanchoe aus dem Supermarkt?

Beide gehören zur Gattung Kalanchoe. Die blühende Topfblume ist das Flammende Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana), wird anders gepflegt und vermehrt sich über Stecklinge, nicht über Brutknospen.

Warum wird mein Brutblatt lang und kahl?

Es steht zu dunkel. Mit mehr Sonne bleibt es kompakter; einen langen, kahlen Stamm kann man kappen und die Spitze neu bewurzeln.

Ist das Brutblatt giftig?

Ja. Es enthält Bufadienolide, die auf das Herz wirken, und ist für Menschen und Haustiere in allen Teilen giftig. Weil die Brutknospen herunterfallen, ist gerade der Boden rund um die Pflanze die Gefahrenstelle.

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